Küste und Inseln

Kurztrip an die Ostsee

Die Ostseeküste zwischen Flensburg und Usedom bietet für einen Kurztrip verschiedene Möglichkeiten. Familien mit kleinen Kindern finden auf Usedom flache Strände und lange Promenaden. Wer Stadt und Meer verbinden möchte, fährt nach Rostock oder Stralsund. Wer Ruhe sucht, nimmt die Fähre nach Hiddensee. Sechs Ziele eignen sich für ein langes Wochenende.

Usedom für Strand und Bäderarchitektur

Usedom eignet sich besonders für ein Wochenende mit Kindern oder für Spaziergänger, die Architektur schätzen. Die Insel gilt als sonnenreichste Region Deutschlands. Der 42 Kilometer lange Sandstrand lädt zu langen Spaziergängen ein. Die Flachwasserzonen sind für kleine Kinder gut geeignet. Beachten Sie aber die Hinweise der Rettungsschwimmer an den bewachten Stränden.

In Ahlbeck steht die 1898 erbaute Seebrücke, die als älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands gilt. Von hier aus können Sie über die zwölf Kilometer lange Europapromenade bis ins polnische Swinemünde laufen. Die Tourismusseite nennt sie die längste Strandpromenade Europas. Unterwegs sehen Sie die Bäderarchitektur von Heringsdorf und Bansin. Die Villen in der Bergstraße in Bansin sind besonders gut erhalten.

Wer nach dem Strandtag Ruhe sucht, fährt in den Lieper Winkel im Hinterland der Insel. Diesen dünn besiedelten Teil zwischen Achterwasser und Peenestrom erreichen Sie nur über schmale Straßen. Der Schmollensee bietet sich für eine kurze Wanderung an.

Rostock und Warnemünde für Stadt und Meer

Rostock verbindet einen Städtetrip mit einem Strandtag, ohne dass Sie lange Wege in Kauf nehmen müssen. Die Innenstadt liegt etwa 15 Kilometer vom Ostseestrand in Warnemünde entfernt. Sie können also morgens durch die Altstadt bummeln und nachmittags am Strand liegen.

In der Stadt lohnen die Marienkirche mit ihrer wuchtigen Backsteinfassade und der Neue Markt mit seinen Giebelhäusern einen Spaziergang. In Warnemünde selbst erwartet Sie der breite Sandstrand, und vom Hafen aus können Sie die Fähren nach Dänemark und Schweden beobachten. Die Gassen und Kapitänsvillen des früheren Fischerdorfs geben dem Ort seinen eigenen Charakter.

Stralsund für Backsteingotik und Museen

Stralsund ist die Wahl für alle, die Geschichte und Museen schätzen. Die Altstadt liegt auf einer Insel und ist von Wasser umgeben. Seit 2002 gehört sie zusammen mit Wismar zum UNESCO-Welterbe. Rund 520 Einzeldenkmale zählt die Stadt, darunter das Rathaus am Alten Markt und die Nikolaikirche.

Zwei Museen sollten Sie auf dem Plan haben: Das Deutsche Meeresmuseum zeigt Meeresbiologie und Aquarien, und das Stralsund Museum präsentiert den Hiddenseer Goldschmuck, einen bedeutenden Schatzfund aus der Wikingerzeit. Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Öffnungszeiten, da diese je nach Saison variieren.

Rügen und Hiddensee für Landschaft und Entschleunigung

Rügen, die größte deutsche Insel, bietet für ein Wochenende eine Mischung aus Natur und Nostalgie. Die Kreidefelsen im Nordosten der Insel sind das bekannteste Ziel, der Hochuferweg zwischen Sassnitz und Lohme führt direkt an der Steilküste entlang. Beachten Sie, dass die Kreideküste dynamisch ist und es immer wieder zu Abbrüchen kommt. Die Nationalparkverwaltung weist auf die Risiken hin. Am Kap Arkona können Sie zwei Leuchttürme besteigen und den Blick über die Ostsee genießen.

Der Rasende Roland, eine historische Schmalspurbahn, verbindet mehrere Orte der Insel und ist bei Kindern besonders beliebt. Die Fahrt von Binz aus führt durch die Landschaft und lohnt sich auch bei schlechtem Wetter.

Direkt neben Rügen liegt Hiddensee, das sich für ein ruhiges Wochenende anbietet. Die Insel ist autofrei und nur per Schiff erreichbar. Fähren verkehren unter anderem ab Schaprode und saisonal ab Stralsund. Auf Hiddensee sind Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Alternativ nutzen Sie die Pferdekutsche oder den Inselbus. Der Leuchtturm Dornbusch steht auf einem etwa 72 Meter hohen Hügel und bietet einen weiten Blick über die Ostsee. Planen Sie die Rückfahrt mit dem Schiff ein, da die Fahrpläne saisonal wechseln.

Heiligendamm für klassizistisches Seebad-Flair

Heiligendamm wurde 1793 als Seebad gegründet und gilt als ältestes deutsches Seebad. Die weißen klassizistischen Gebäude entlang der Strandpromenade geben dem Ort den Beinamen Weiße Stadt am Meer. Ein Spaziergang über die 200 Meter lange Seebrücke gehört zu den schönsten Momenten, besonders am Abend, wenn die untergehende Sonne die Fassaden golden färbt.

Für ein Wochenende ist Heiligendamm eher ein ruhiges Ziel. Hier gibt es keine große Promenadenmeile mit Geschäften. Hotels und Restaurants prägen die gediegene Atmosphäre. Wer die Umgebung erkunden möchte, wandert durch den Küstenwald oder fährt in die nahe gelegenen Orte Bad Doberan und Kühlungsborn.

Planungshinweise für das Wochenende

Bevor Sie buchen, sollten Sie die Schiffsverbindungen prüfen, wenn Sie nach Hiddensee möchten, da diese stark von der Saison abhängen. Auch die Öffnungszeiten der Museen in Stralsund und Rostock können außerhalb der Hauptsaison eingeschränkt sein. An den Stränden und an der Steilküste auf Rügen gelten zudem lokale Hinweise, die je nach Wetterlage variieren.