Kurzurlaub auf Rügen

Rügen ist mit rund 930 Quadratkilometern die größte Insel Deutschlands. Kreidefelsen, Buchenwälder, Sandstrände und Seebäder liegen auf engem Raum beieinander. Ein Wochenende reicht für die wichtigsten Ecken, wenn Sie die Ziele gezielt auswählen, die zwei Tage einteilen und Anreise, Wetter und Buchung berücksichtigen.

Anreise und Fortbewegung

Die Insel erreichen Sie am bequemsten mit dem Auto über die Rügenbrücke bei Stralsund. Die Fahrt von Hamburg dauert etwa drei Stunden, von Berlin etwa dreieinhalb. Wenn Sie mit der Bahn anreisen, fahren Sie bis zum Bahnhof Binz oder Ostseebad Sassnitz; von dort bringen Busse und die Schmalspurbahn Sie weiter.

Auf der Insel selbst ist das Auto praktisch, aber nicht überall nötig. Sie können die Insel in etwa zwei Stunden umfahren. Die Entfernungen zwischen den Hauptorten sind kurz. In den Seebädern wie Binz oder Sellin ist das Parken in der Saison teuer und die Straßen sind eng. Für Ausflüge abseits der Strände lohnt der "Rasende Roland", die schmalspurige Dampfbahn, die von Putbus über Binz und Sellin bis nach Göhren fährt. Sie müssen keinen Parkplatz suchen und können die Fahrt mit einer Bootstour um die Halbinsel Mönchgut verbinden.

Tag 1: Nationalpark Jasmund und Königsstuhl

Der Königsstuhl ist das Wahrzeichen der Insel und der richtige Startpunkt für den ersten Tag. Die Kreidefelsenkante im Nationalpark Jasmund ragt 118 Meter senkrecht aus der Ostsee. Der Nationalpark wurde 1990 gegründet und schützt einen der letzten großen Buchenwälder an der Ostseeküste. Caspar David Friedrich hielt die Kreidefelsen 1815 in seinem berühmten Gemälde fest, das die Szenerie bis heute prägt.

Planen Sie für den Vormittag den Besuch des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl mit dem Aussichtssteg, der über die Kante hinausragt. Von dort führen Wanderwege durch den Buchenwald, etwa der Hochuferweg, der Sie in etwa zwei Stunden nach Sassnitz bringt. Wenn Sie weniger Zeit haben, nehmen Sie den kurzen Rundweg direkt am Königsstuhl und fahren danach weiter.

Am Nachmittag bietet sich Sassnitz an. Der Hafenort hat eine kleine Altstadt, Fischbrötchenbuden und den Uferweg. Von Sassnitz starten auch Bootstouren, die die Kreidefelsen vom Wasser aus zeigen. Diese Perspektive lohnt sich, weil Sie die weißen Wände in voller Höhe sehen. Vom Steg aus ist das nicht möglich.

Tag 2: Kap Arkona, Binz oder Mönchgut

Der zweite Tag gehört dem Norden oder dem Osten der Insel. Kap Arkona an der Nordspitze ist mit seinen Leuchttürmen und den Resten der slawischen Burgwallanlage ein beliebtes Ziel. Die Anfahrt führt durch das Fischerdorf Vitt mit seinen Reetdachhäusern. Von den Leuchttürmen blicken Sie bei klarem Wetter bis nach Hiddensee.

Wenn Sie lieber Strand und Seebäder sehen, fahren Sie nach Binz. Die weiße Bäderarchitektur an der Strandpromenade, die Seebrücke und der feine Sandstrand machen den Ort zum klassischen Ostseebad. Von Binz aus erreichen Sie mit dem Rasenden Roland in einer halben Stunde Sellin und Göhren. Sellin hat die berühmte Seebrücke mit ihrem geschwungenen Dach, Göhren einen breiten Strand und das Mönchgut-Museum.

Für beide Varianten gilt: Planen Sie den Rückweg nicht zu knapp. In der Saison sind die Parkplätze an Kap Arkona und in Binz früh voll, und die Fähre von Witt nach Hiddensee hat begrenzte Kapazitäten. Wer früh startet, hat die größte Auswahl.

Schlechtes Wetter einplanen

Rügen liegt im Ostseewetter, das auch im Sommer wechselhaft ist. Packen Sie Regenjacke und feste Schuhe ein, auch wenn die Vorhersage sonnig ist. Für Regentage gibt es mehrere Alternativen.

Der Baumwipfelpfad bei Prora führt auf etwa 15 Metern Höhe durch die Baumkronen und bietet auch bei Nieselregen einen Blick über die Insel. Dazu gehören eine kleine Ausstellung und ein Bistro. Der Rügenpark in Gingst ist ein Freizeit- und Miniaturpark, der vor allem für Familien mit Kindern geeignet ist. Dort steht ein Modell der Insel, und es gibt Spielplätze. Beide Ziele funktionieren bei Regen, weil sie teilweise überdacht sind.

Die Störtebeker Festspiele in Rügendorf bei Putbus sind ein Abendprogramm, das auch bei schlechtem Wetter stattfindet. Die Freilichtbühne liegt in einem ehemaligen Kreidebruch, und das Publikum sitzt im Freien. Ziehen Sie sich warm an und nehmen Sie Regenkleidung mit, die Aufführung dauert mehrere Stunden.

Unterkunft und Buchung

Für ein Wochenende lohnt sich eine Unterkunft in Binz, Sellin oder Sassnitz, weil Sie von dort die meisten Ziele schnell erreichen. In Binz und Sellin sind die Preise in der Hauptsaison von Juni bis September am höchsten. Wenn Sie günstiger wohnen möchten, suchen Sie in den Dörfern im Landesinneren oder in den kleineren Orten an der Südküste wie Lauterbach oder Thiessow.

Buchen Sie früh, besonders für Wochenenden im Sommer. Viele Ferienwohnungen haben eine Mindestaufenthaltsdauer von drei oder vier Nächten, was die Auswahl für ein Wochenende einschränkt. Spezialisierte Anbieter wie der Kurzurlaubspezialist bieten kurze Aufenthalte an. Die aktuellen Angebote finden Sie auf der jeweiligen Website. Vergleichen Sie die Konditionen, bevor Sie buchen, und prüfen Sie, ob die Unterkunft eine Kurtaxe verlangt, die in den Seebädern üblich ist.