Städtetrip nach Hamburg

Hamburg lohnt sich zu jeder Jahreszeit für ein langes Wochenende. Die Hafenstadt verbindet maritimes Flair, Nachtleben und Grünflächen, die sich an drei Tagen gut erkunden lassen. Ob Erstbesuch oder Wiederkehr: Mit guter Planung holen Sie das Beste aus Ihren Tagen heraus.

Speicherstadt, Elbphilharmonie und Rathaus

Hamburg hat mehr Brücken als Amsterdam und Venedig zusammen und hat eine lange Geschichte als eigenständige Handelsstadt. Der Beiname „Tor zur Welt“ kommt nicht von ungefähr: Der Hafen ist das Herz der Stadt, und von hier aus starten Schiffe in alle Welt. Für einen Kurztrip sollten Sie sich auf die zentralen Orte konzentrieren, die fußläufig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind.

Die Speicherstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und ist eines der größten zusammenhängenden Lagerhaus-Ensembles der Welt. Die roten Backsteinbauten auf hölzernen Pfählen wirken besonders stimmungsvoll, wenn Sie abends durch die schmalen Kanäle schlendern. Direkt daneben steht die Elbphilharmonie mit ihrer markanten Glasfassade. Sie müssen kein Konzert besuchen, um das Gebäude zu erleben: Die Plaza in luftiger Höhe ist öffentlich zugänglich und bietet einen weiten Blick über Hafen und Stadt. Der Aufstieg über die lange Rolltreppe ist kostenlos. Sie müssen sich aber vorher auf der Website der Elbphilharmonie anmelden.

Das Hamburger Rathaus am Rathausmarkt ist ein prächtiges Beispiel für die Architektur seiner Zeit. Eine Führung durch die Innenräume dauert etwa eine Stunde und lohnt sich, wenn Sie sich für Geschichte interessieren. Wer lieber durch die Stadt bummelt, findet rund um den Rathausmarkt zahlreiche Geschäfte und Restaurants.

Hafen, Alster und Landungsbrücken

Das maritime Flair erleben Sie am besten an den Landungsbrücken. Die schwimmende Anlegestelle ist Startpunkt für viele Bootstouren über die Elbe und durch den Hafen. Eine Hafenrundfahrt dauert in der Regel zwischen einer und zwei Stunden und zeigt Ihnen Containerterminals, Werften und die großen Kreuzfahrtschiffe. Wenn Sie es ruhiger mögen, nehmen Sie eine der kleineren Barkassen, die auch durch die engen Fleete (Kanäle) der Speicherstadt fahren.

Die Alster ist das zweite große Gewässer der Stadt. Eine Rundfahrt über die Binnen- und Außenalster gibt Ihnen einen anderen Blick auf die Stadt, vorbei an Villen, Parks und dem Stadtzentrum. Wer lieber an Land bleibt, kann an der Alster spazieren gehen oder sich in einem der Cafés am Ufer niederlassen. Die Alster ist auch ein guter Ort, um dem Trubel der Innenstadt kurz zu entkommen.

Der sonntägliche Fischmarkt in Altona ist ein Erlebnis für sich. Er beginnt früh am Morgen, im Sommer schon um fünf Uhr, im Winter um sieben. Neben Fisch und Meeresfrüchten gibt es Blumen, Obst und allerlei Kurioses. Die Stimmung ist laut und lebendig, und viele Besucher kommen direkt vom Feiern aus der Reeperbahn. Wenn Sie früh aufstehen, erleben Sie eine Seite Hamburgs, die viele Touristen verpassen.

Reeperbahn und Schanzenviertel am Abend

Die Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli ist die berühmteste Vergnügungsmeile Deutschlands. Tagsüber wirkt die Straße fast unscheinbar, abends verwandelt sie sich in ein buntes Viertel mit Bars, Clubs, Theatern und den bekannten Etablissements. Eine geführte Tour über die Reeperbahn gibt Ihnen einen Einblick in die Geschichte des Viertels und erklärt, warum es den Beinamen „sündige Meile“ trägt. Viele Touren starten am frühen Abend und dauern etwa zwei Stunden.

Wer es alternativer mag, geht ins benachbarte Schanzenviertel. Hier finden Sie kleine Läden, Cafés und Kneipen mit entspannter Atmosphäre. Die Straßen sind oft belebt, und an warmen Abenden sitzen viele Menschen draußen. Das Viertel ist ein guter Ort, um den Abend ausklingen zu lassen, ohne das große Nachtleben der Reeperbahn zu suchen.

Parks in Hamburg

Hamburg ist grüner, als viele erwarten. Die Stadt hat zahlreiche Parks, die sich für eine Pause zwischen den Besichtigungen eignen. Planten un Blomen liegt mitten im Zentrum, direkt an den Messehallen und nur wenige Gehminuten vom Dammtor-Bahnhof entfernt. Der Park vereint verschiedene Gartenbereiche, einen großen Spielplatz und ein Tropenhaus. Im April beginnt die Blütezeit, und die Beete zeigen dann ein farbenfrohes Bild. Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere lohnende Ziele sind der Stadtpark im Norden mit seinem großen See und der Alte Elbpark bei den Landungsbrücken. Wenn Sie Ruhe suchen, gehen Sie früh am Morgen oder unter der Woche, dann ist es in den Parks deutlich leerer als am Wochenende.

Planungstipps für Hamburg

Für einen Kurzurlaub von zwei bis drei Tagen sollten Sie Ihre Route vorab grob festlegen, damit Sie nicht zu viel Zeit mit der Anreise zwischen den Vierteln verlieren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut: Mit dem HVV-Ticket (Verkehrsverbund Hamburg) erreichen Sie alle genannten Orte. Eine Tageskarte lohnt sich, wenn Sie mehrere Fahrten am Tag planen. Viele Sehenswürdigkeiten liegen aber auch nah genug beieinander, um sie zu Fuß zu erkunden.

Die beste Reisezeit hängt von Ihren Vorlieben ab. Der Frühling und der Frühsommer sind angenehm für Spaziergänge und Bootstouren. Im Herbst ist die Stadt oft neblig und stimmungsvoll, und die Musicals und Theater haben dann wieder regulären Spielbetrieb. Hamburg ist nach New York und London der drittgrößte Musical-Standort der Welt, und ein Besuch einer Vorstellung kann ein Höhepunkt des Kurztrips sein. Buchen Sie Karten am besten im Voraus, besonders an Wochenenden.

Wenn Sie mit Kindern reisen, ist der Hamburger Dungeon eine Option, die ältere Kinder und Jugendliche anspricht. Die Erlebnisausstellung versetzt Besucher in die düstere Geschichte der Stadt und ist nichts für sehr junge Kinder. Für Familien mit kleineren Kindern eignen sich eher der Tierpark Hagenbeck oder die vielen Spielplätze in den Parks.