Kurzurlaub in Bayern

Bayern hat auf kleinem Raum sehr unterschiedliche Landschaften und Städte. An einem langen Wochenende wandern Sie in den Alpen, baden in einem See und essen abends in München. Wählen Sie einen Ort, von dem aus Sie mehrere Ziele ohne lange Autofahrten erreichen.

Die richtige Region wählen

Bayern ist das größte Bundesland Deutschlands. Für einen Kurzurlaub von zwei bis vier Tagen sollten Sie sich auf eine Region konzentrieren, sonst verbringen Sie die Zeit mit Fahren statt mit Erleben. Drei Gebiete eignen sich besonders:

Das Allgäu im Südwesten hat sanfte Hügel, die Alpen und viele kleine Seen. Es ist gut für Wanderer und Familien geeignet, die eine ruhige Basis suchen. Das Berchtesgadener Land im Südosten ist alpiner und spektakulärer, mit dem Königssee und hohen Gipfeln. Wer es urbaner mag, wählt München als Ausgangspunkt: Die Stadt liegt nur etwa eine Stunde von den Alpen entfernt, und von dort erreichen Sie sowohl den Starnberger See als auch das Voralpenland.

Für einen ersten Kurzurlaub empfehle ich das Voralpenland südlich von München. Die Gegend um den Schliersee, den Tegernsee oder den Chiemsee hat kurze Anfahrten, gute Infrastruktur und typisch bayerische Landschaft. Sie können morgens wandern, mittags am See sitzen und abends in einem Wirtshaus einkehren, ohne lange Strecken zurückzulegen.

Aktivitäten an den Seen

Die Seen im bayerischen Alpenvorland sind im Sommer der Hauptgrund für einen Kurzurlaub. Der Schliersee, etwa 50 Kilometer südöstlich von München im Landkreis Miesbach, bietet viele Möglichkeiten: Sie können schwimmen oder paddeln, segeln oder windsurfen, oder mit dem Stand-up-Paddle-Board fahren. Es gibt eine Segelschule und Verleihstationen für Ausrüstung, sodass Sie nichts mitbringen müssen.

Ein wichtiger Hinweis für den Schliersee: Die Badeplätze am West- und Südufer sind nur zu Fuß erreichbar. Wenn Sie mit Kindern oder viel Gepäck unterwegs sind, planen Sie einen längeren Fußweg ein oder wählen Sie einen der leichter zugänglichen Badeplätze am Nordufer. Für Schlechtwettertage bietet das Monte-Mare-Schliersee eine Vitaltherme mit verschiedenen Wasserbecken und Saunen. Das ist eine gute Alternative, wenn das Wetter umschlägt.

Am Chiemsee, dem größten See Bayerns, kommen Sie mit dem Schiff zu den Inseln Herrenchiemsee und Frauenchiemsee. Dort sehen Sie das Schloss Herrenchiemsee, das König Ludwig II. bauen ließ. Eine Schifffahrt über den See dauert etwa eine Stunde und lässt sich gut mit einem Besuch der Inseln verbinden. Der Tegernsee ist ebenfalls beliebt, aber im Sommer deutlich frequentiert. Wer Ruhe sucht, fährt besser an den kleineren Spitzingsee oberhalb des Tegernsees, der auch im Sommer kühl bleibt.

Wandern ohne große Vorbereitung

Für einen Kurzurlaub müssen Sie keine anspruchsvolle Bergtour planen. Im bayerischen Alpenvorland und in den Voralpen gibt es viele leichte Wanderwege, die in zwei bis vier Stunden zu bewältigen sind. Eine gute Wahl ist die Brecherspitze am Spitzingsee, die eine Rundsicht über die Alpen bietet, aber Trittsicherheit erfordert. Einfacher ist der Weg zum Stümpfling oberhalb des Spitzingsees, den Sie auch mit der Bergbahn erreichen können.

Wenn Sie mit der Bergbahn fahren, sparen Sie Zeit und Kraft. Viele Bahnen im Allgäu und im Berchtesgadener Land fahren im Sommer durchgehend und bringen Sie auf große Höhe. Von dort aus sind kurze Spaziergänge oder leichte Wanderungen möglich, ohne dass Sie eine lange Aufstiegsetappe einplanen müssen. Achten Sie auf feste Schuhe und wetterfeste Kleidung, denn in den Bergen kann das Wetter auch im Sommer schnell umschlagen. Eine Regenjacke und eine lange Hose gehören immer in den Rucksack.

Für den Königssee im Berchtesgadener Land gilt: Die berühmte Bootsfahrt zum Obersee ist auch bei schlechtem Wetter möglich, weil das Schiff überdacht ist. Die Uferwege sind jedoch teils steil und nicht für jeden geeignet. Informieren Sie sich vor Ort über den aktuellen Zustand der Wege, besonders nach Regenfällen.

Städte: München und Nürnberg als Kontrast

Ein Kurzurlaub in Bayern muss nicht nur aus Natur bestehen. München bietet sich für einen oder zwei Tage an, besonders wenn Sie die Alpen als Tagesausflug einplanen. Die Stadt hat mit dem Englischen Garten eine große Parkanlage, in der Sie spazieren gehen oder im Sommer im Eisbach surfen können. Der Viktualienmarkt am Marienplatz ist ein guter Ort für eine Brotzeit mit regionalen Produkten. Für den ersten Besuch reicht ein Tag, um die Altstadt, den Hofgarten und das Schloss Nymphenburg zu sehen.

Nürnberg in Mittelfranken ist eine Alternative, wenn Sie sich für Geschichte interessieren. Die mittelalterliche Altstadt mit der Kaiserburg und der Hauptmarkt sind an einem halben Tag zu erkunden. Nürnberg liegt weit nördlich von München, daher sollten Sie die Stadt nicht mit einem Alpenurlaub kombinieren, sondern als eigenes Ziel planen.

Wenn Sie Städte und Berge verbinden möchten, wählen Sie München als Basis. Die S-Bahn bringt Sie in kurzer Zeit zum Starnberger See, und mit dem Auto erreichen Sie das Voralpenland in einer Stunde. So können Sie morgens in den Bergen sein und abends in der Stadt essen. Für die Anreise mit dem Auto gilt: Planen Sie die Fahrt nicht freitagnachmittags, denn die A8 und A95 Richtung Alpen sind an Wochenenden stark belastet. Besser ist die Anreise am Donnerstagabend oder frühen Freitagmorgen.

Praktische Planung für zwei bis vier Tage

Die wichtigste Entscheidung ist die Wahl der Unterkunft. Für einen Kurzurlaub mit Tagesausflügen empfehle ich eine Unterkunft in einem Ort, der nicht direkt am See liegt, sondern etwas abseits. Das spart Geld und Sie haben morgens weniger Andrang. Orte wie Fischbachau oder Bayrischzell im Leitzachtal sind günstiger als die direkt am Schliersee gelegenen Hotels und bieten trotzdem einen guten Ausgangspunkt.

Buchen Sie früh, besonders für die Sommermonate und die Zeit um Feiertage wie Pfingsten oder Fronleichnam. Viele Unterkünfte verlangen bei Kurzaufenthalten einen Mindestaufenthalt von zwei Nächten. Prüfen Sie vor der Buchung, ob die Unterkunft eine kostenlose Stornierung anbietet, falls das Wetter oder andere Umstände Ihre Pläne ändern.

Für die Verpflegung gilt: Nehmen Sie für Wanderungen Proviant mit, denn in den Bergen sind die Einkehrmöglichkeiten begrenzt und teuer. In den Orten finden Sie aber auch am Nachmittag noch offene Bäckereien und Supermärkte. Ein Picknick am See ist eine günstige und schöne Alternative zum Restaurantbesuch.