Kurzreisen
Ein Kurztrip dauert zwei bis vier Nächte. Er braucht weniger Planung als ein Jahresurlaub, verträgt aber weniger Fehler. Wer früh bucht, leicht packt und die Anreise kurz hält, hat mehr Zeit für das, was man am Reiseziel tun möchte. Entscheidend sind Reiseziel, Anreise, Unterkunft, Packliste, Versicherung und ein Tagesplan, der nicht zu voll ist.
Reiseziel und Reisezeit wählen
Wer nur drei Tage Zeit hat, wählt das Reiseziel nach der Anreisedauer. Als Faustregel gilt: Hin- und Rückfahrt zusammen sollten nicht länger dauern als ein Reisetag. Bei einer Städtereise ins Nachbarland sind vier bis fünf Stunden Anreise vertretbar. Für ein langes Wochenende am Meer oder in den Bergen sollte die Anreise kürzer sein.
Auch die Reisezeit bestimmt, wie der Kurztrip wird. In der Nebensaison, etwa von April bis Juni oder September bis Oktober, sind Städte wie Rom, Wien oder Barcelona weniger überlaufen. Die Unterkünfte kosten dann weniger als im Hochsommer. Wer flexibel ist, plant den Kurztrip in die Wochen vor oder nach den Schulferien.
Beliebte Reiseziele unter ADAC-Mitgliedern sind der Umfrage zufolge die Türkei, Kroatien, Österreich und Spanien. Für ein langes Wochenende zählt die Erreichbarkeit mehr als die Beliebtheit: Je kürzer die Anreise, desto mehr bleibt vom Kurzurlaub übrig.
Anreise: Bahn und Auto statt Flugzeug
Bei Kurzreisen zählt die Anreisezeit mehr als bei langen Ferien. Ein Flug lohnt nur, wenn Flugzeit und Anfahrt zum Flughafen zusammen deutlich schneller sind als Bahn oder Auto. Für Städte in überschaubarer Entfernung ist die Bahn oft die entspannteste Wahl. Die Bahn setzt Sie im Stadtzentrum ab. Um das Parken müssen Sie sich nicht kümmern.
Die Nachtzüge der ÖBB Nightjet verbinden viele Städte direkt miteinander, etwa München mit Venedig, Zürich mit Wien und inzwischen auch Berlin mit Paris. Wer nachts fährt, spart sich eine Hotelübernachtung und hat am Zielort den ganzen ersten Tag. Nachteil: Schlafwagenplätze sind begrenzt und früh ausgebucht. Wer einen bestimmten Termin und ein bestimmtes Budget hat, bucht drei bis vier Monate vorher.
Mit dem Auto lohnt sich die Fahrt vor allem für Ziele abseits der Bahnhöfe. Rechnen Sie neben der reinen Fahrzeit auch Pausen ein. Parken Sie das Auto möglichst am Stadtrand. Viele Städte haben günstige Park-and-Ride-Plätze. Von dort fahren Busse oder Bahnen ins Zentrum.
Unterkunft: zentral statt groß
Bei einem Kurztrip wohnen Sie am besten dort, wo die Wege kurz sind. Ein Zimmer in der Innenstadt oder in Bahnhofsnähe spart täglich eine Stunde Fahrtzeit, auch wenn es kleiner und teurer ist. Prüfen Sie vor der Buchung, welche öffentlichen Verkehrsmittel in der Nähe sind und ob Sie vom Flughafen oder Bahnhof ohne Umsteigen hinkommen.
Achten Sie außerdem auf die Stornobedingungen. Ein flexibler Tarif kostet bei vielen Hotels etwas mehr, lohnt sich aber, wenn das Wetter oder die Gesundheit dazwischenkommt. Wer früh bucht, bekommt meist bessere Preise, denn gerade bei Nachtzügen und beliebten Städten sind die günstigen Kontingente schnell ausgebucht.
Packliste für zwei bis vier Tage
Für einen Kurztrip reicht meist ein kleiner Koffer oder eine Reisetasche. Mit Handgepäck müssen Sie am Flughafen nicht auf Gepäck warten. Auch bei der Bahn sind Sie schneller unterwegs. Wichtig sind:
- bequeme Schuhe, denn Städtereisen bedeuten viel Laufen
- eine kleine Umhängetasche oder ein Rucksack für unterwegs
- ein paar zusätzliche Socken und ein zweites Paar Schuhe bei Regenwetter
- Ladegeräte und ein Adapter für andere Steckdosen
- Ohrenstöpsel für Hostels und laute Innenstadtlagen
- Mückenschutz, wenn es in den Süden oder aufs Land geht
- Medikamente, die Sie regelmäßig brauchen, gehören in die Handtasche
Wer nur mit Handgepäck fliegt, spart die Wartezeit am Gepäckband. Für drei bis vier Tage reicht ein kleiner Rollkoffer oder ein Rucksack mit zwei Garnituren Kleidung, wenn man unterwegs waschen kann.
Versicherung und Zahlung: Was sich lohnt
Für Auslandsreisen ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll, auch wenn die Reise nur wenige Tage dauert. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt innerhalb der EU vieles, aber nicht immer alle Kosten. Einen Rücktransport zahlt sie in der Regel nicht. Eine Jahres-Auslandskrankenversicherung kostet bei vielen Anbietern weniger als zehn Euro und deckt alle Kurztrips des Jahres ab.
Eine Reiserücktrittsversicherung lohnt sich bei Kurzreisen nur, wenn Sie im Voraus viel Geld gebucht haben, etwa für ein nicht stornierbares Hotelzimmer oder ein Bahnticket mit Zugbindung. Wer flexibel bucht, kann darauf verzichten.
Bargeld gehört weiterhin ins Portemonnaie. In Restaurants, auf Märkten und in kleinen Geschäften im Ausland wird oft bar bezahlt, auch wenn Kartenzahlung inzwischen üblich ist. Wer in Länder außerhalb des Euroraums reist, hebt am Zielort mit der Kreditkarte ab statt an heimischen Automaten. Das spart Gebühren.
Tagesplan: ein oder zwei Höhepunkte
Ein Kurztrip wird besser, wenn der Plan Luft lässt. Setzen Sie für jeden vollen Reisetag einen Schwerpunkt: eine Stadtbesichtigung, eine Wanderung, ein Museum. Alles Weitere ist Bonus und nicht Pflicht. Für beliebte Sehenswürdigkeiten mit Zeitfenster, etwa Museen oder Aussichtsplattformen, lohnt sich die Online-Reservierung einige Tage vorher.
Am Anreisetag hilft ein entspannter Start. Wer früh losfährt, hat nachmittags Zeit für einen ersten Spaziergang durch die Innenstadt und lernt die wichtigsten Wege schon einmal kennen. Der letzte Tag gehört den Orten, die nah am Bahnhof oder Flughafen liegen, damit der Rückweg nicht zum Wettlauf wird.
Der beste Tagesplan für eine Kurzreise sieht so aus: ein klares Ziel am Vormittag, ein zweites am Nachmittag. Der Abend bleibt für Spontanes offen. Wer jeden Tag nur einen großen Programmpunkt einplant, kommt gelassener durch den Trip als jemand, der an einem Tag vier Museen schaffen will.