Barock und Kultur in Dresden
Dresden verdankt Kurfürst August II., genannt der Starke, viele seiner bekanntesten Gebäude. Die Stadt ist keine reine Barockstadt: Die erhaltenen Bauten stammen aus verschiedenen Epochen, manche wurden im Neobarock errichtet. Doch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehen auf August den Starken und seine Nachfolger zurück.
Für ein langes Wochenende lassen sich die zentralen Stationen dieser Epoche bequem zu Fuß ablaufen.
Zwinger und Porzellansammlung
Der Zwinger ist das bekannteste barocke Ensemble der Stadt. Er wurde als Orangerie, also als Gewächshaus für Zitruspflanzen, und als Festarena gebaut. Heute befinden sich dort mehrere Museen. Die Dresdner Porzellansammlung im Zwinger zeigt rund 20.000 Ausstellungsstücke aus China, Japan und Meißen. Sie gilt als eine der größten und wertvollsten Sammlungen Meißner Porzellans weltweit. August der Starke hatte 1710 in Meißen die erste europäische Porzellanmanufaktur gegründet, also eine Fabrik, in der Porzellan hergestellt wird. Er sammelte tausende Stücke, von denen die schönsten heute hier ausgestellt sind.
Auch das Glockenspiel im Innenhof des Zwingers lohnt einen Blick. Es besteht aus 40 Porzellanglöckchen unterschiedlicher Größe, die täglich zur Mittagszeit ein kurzes Konzert spielen. Wer den Zwinger besucht, sollte sich diesen Termin merken, denn das Zusammenspiel aus Porzellanklang und barocker Architektur ist eindrucksvoll. Hinweis für die Planung: Die Porzellansammlung ist wegen Bauarbeiten voraussichtlich vom 7. September bis Ende Oktober 2026 geschlossen. Das Glockenspiel im Hof ist davon nicht betroffen.
Brühlsche Terrasse und Semperoper
Die Brühlsche Terrasse ist eine lange Promenade entlang der Elbe. Sie eignet sich besonders für einen Spaziergang am Abend und führt direkt zur Semperoper. Das Opernhaus ist eines der berühmtesten der Welt, und wer eine Vorstellung besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig um Karten kümmern. Alternativ bieten die Staatstheater täglich zu jeder vollen Stunde Führungen durch das Gebäude an. Dabei sehen Besucher die barocken Wandgemälde und die Kronleuchter auch ohne Inszenierung.
Gleich neben der Semperoper steht die Katholische Hofkirche. Sie ist eng mit August dem Starken verbunden, der zum katholischen Glauben übertrat, um König von Polen werden zu können. Mit dem Kirchenbau wollte er seine neue Konfession öffentlich sichtbar machen. Nur wenige Schritte weiter verläuft der Fürstenzug, ein überlebensgroßes Wandbild an der Außenwand des Residenzschlosses. Es zeigt die Vorfahren der Wettiner und besteht aus Kacheln Meißner Porzellans. Ein komplettes Foto des Fürstenzugs zu bekommen, ist wegen der Länge schwierig, aber die Detailaufnahmen einzelner Figuren lohnen sich.
Frauenkirche und Neumarkt
Hinter dem Fürstenzug ragt die Kuppel der Frauenkirche auf. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später vollständig wieder aufgebaut. Heute gilt sie als Symbol der Versöhnung und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am besten lässt sich die Kirche von einem der Kaffeehaustische auf dem Neumarkt betrachten. Wer die Kuppel besteigen möchte, sollte feste Schuhe einplanen, denn der Aufstieg führt über enge Wendeltreppen. Oben angekommen, hat man einen weiten Blick über die Altstadt und die Elbe.
Grünes Gewölbe, Hygiene-Museum und Schloss Pillnitz
Das Grüne Gewölbe im Residenzschloss ist das wohl bekannteste Museum Sachsens. Es zeigt die Schatzkammer der Wettiner mit Gold, Silber und Juwelen in historischen Räumen. Wer sich für die prunkvolle Seite des Barock interessiert, findet hier eine der umfangreichsten Sammlungen Europas.
Das Deutsche Hygiene-Museum hat einen anderen Schwerpunkt. Es erklärt Körper, Gesundheit und Alltagskultur und eignet sich gut für Familien. Für Kinder gibt es spezielle Führungen mit dem Kundi-Männchen, einer Figur, die in Sachsen seit Jahrzehnten für Gesundheitserziehung steht. Wer mit Kindern über Himmelfahrt oder Silvester nach Dresden fährt, kann die Kleinen zu einer solchen Führung anmelden.
Für einen ruhigen Nachmittag bietet sich Schloss Pillnitz am Elbufer vor den Toren der Stadt an. Das Lustschloss, also ein Schloss für Feste und Vergnügen, diente den sächsischen Herrschern als Sommerresidenz und beherbergt heute Teile der Staatlichen Kunstsammlung. Nach der Besichtigung lädt der weitläufige Schlosspark mit seinen romantischen Gartenanlagen zu einem Rundgang ein. Die Anreise mit dem Schiff von der Altstadt aus ist eine beliebte Ergänzung, denn die Elbfahrt dauert etwa eine Stunde und verbindet zwei Sehenswürdigkeiten miteinander.