Island-Kurzreise planen: So nutzen Sie wenige Tage optimal

Eine Kurzreise nach Island ist machbar, obwohl die Insel groß ist und die Sehenswürdigkeiten weit auseinanderliegen. Konzentrieren Sie sich bei drei bis fünf Tagen auf eine Region, statt das ganze Land abzufahren. Setzen Sie klare Prioritäten: Reykjavik als Basis, die Golden Circle Route und ein bis zwei Highlights pro Tag. So erleben Sie Vulkane, Gletscher, heiße Quellen und die Hauptstadt, ohne dass die Fahrtzeit den Urlaub auffrisst.

Reykjavik als Ausgangspunkt nutzen

Reykjavik ist mehr als nur eine Stadt zum Übernachten. Die Hauptstadt hat eine lebendige Kunst- und Kulturszene, Museen, ein bekanntes Nachtleben und eine entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig starten von hier die meisten Tagesausflüge zu Geysiren, Wasserfällen und Lagunen. Wer wenig Zeit hat, sollte die Stadt nicht nur als Schlafplatz sehen, sondern bewusst ein paar Stunden für einen Spaziergang durch die Innenstadt einplanen. Die berühmte Hallgrimskirkja, die bunten Häuser am Hafen und die vielen kleinen Cafés lassen sich gut an einem Nachmittag erkunden.

Ein praktischer Tipp: Buchen Sie die erste und letzte Nacht in Reykjavik. So haben Sie nach der Landung kurze Wege und können vor dem Abflug noch einmal durch die Stadt schlendern, ohne einen langen Anfahrtsweg vom Land zurück in Kauf zu nehmen.

Die Golden Circle Route an einem Tag

Die Golden Circle Route ist die klassische Tagestour von Reykjavik aus und verbindet drei Highlights: den Thingvellir-Nationalpark, das Geysir-Gebiet mit dem aktiven Geysir Strokkur und den Wasserfall Gullfoss. Die gesamte Strecke lässt sich an einem Tag gut bewältigen. Thingvellir ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch bedeutsam, denn hier tagte das älteste bestehende Parlament der Welt. Der Wasserfall Gullfoss stürzt in zwei Stufen in eine Schlucht und gehört zu den bekanntesten Fotomotiven Islands.

Für eine Kurzreise ist die Golden Circle Route ideal, weil sie wenig Fahrzeit braucht und trotzdem die typische isländische Landschaft zeigt. Planen Sie für jeden Stopp ein bis zwei Stunden ein und starten Sie früh am Morgen, dann haben Sie die Orte noch vor den großen Reisegruppen für sich.

Mietwagen oder geführte Touren

Für eine Kurzreise stellt sich die Frage, ob Sie selbst fahren oder an geführten Touren teilnehmen. Ein Mietwagen gibt Ihnen Flexibilität, kostet aber Zeit bei der Abholung und Einweisung. Geführte Touren übernehmen die Planung und bieten oft Hintergrundwissen zur Geologie und Geschichte, binden Sie aber an feste Zeitpläne.

Wer sich sicher fühlt und gerne eigenständig unterwegs ist, sollte einen Mietwagen nehmen. Die Straßen auf der Golden Circle Route sind gut ausgebaut und auch für Fahrer ohne Erfahrung mit isländischen Verhältnissen machbar. Wer lieber entspannt und ohne Stress unterwegs sein möchte, wählt für den ersten Tag eine geführte Tour und mietet für den Rest der Zeit ein Auto. Eine Kombination aus beidem funktioniert besonders gut, wenn Sie nur wenige Tage bleiben.

Was Sie auf einer Kurzreise weglassen sollten

Island ist die größte Vulkaninsel der Erde und bietet auf kleinem Raum eine enorme Vielfalt. Genau das verleitet dazu, zu viel einpacken zu wollen. Für eine Kurzreise sollten Sie die Südküste mit der Gletscherlagune Jökulsarlon, die Westfjorde oder die abgelegene Ostküste bewusst auslassen. Diese Regionen sind wunderschön, aber weit entfernt und erfordern mehrere Stunden Fahrzeit pro Strecke.

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Region um Reykjavik und die Südküste bis zum Vik-Strand mit seinen Basaltsäulen. Wenn Sie einen Tag mehr Zeit haben, lohnt sich ein Ausflug zur Halbinsel Reykjanes mit ihren Lavafeldern und der Blauen Lagune. Diese Halbinsel liegt direkt am Flughafen Keflavik und lässt sich gut mit der An- oder Abreise verbinden.

Schwimmbäder und andere kulturelle Besonderheiten

Island hat einige kulturelle Eigenheiten, die Reisende oft überraschen. Die Schwimmbadkultur ist ein fester Bestandteil des Alltags: Fast jeder Ort hat ein beheiztes Freibad mit heißen Pools und Dampfbädern. Für Isländer ist der Besuch im Schwimmbad ein soziales Ereignis, kein reiner Sporttermin. Wer eine Kurzreise macht, sollte mindestens einmal ein öffentliches Schwimmbad in Reykjavik besuchen, etwa das Laugardalslaug. Es ist günstiger und authentischer als die großen Touristen-Lagunen.

Auch die isländische Sportart Glima, eine Art Ringkampf, zeigt, wie eigenständig die Kultur ist. Die Regierung hat sogar einen offiziellen Elfenbeauftragten. Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche mit Einheimischen, etwa in den kleinen Bäckereien oder an der Bar, dann bekommen Sie einen Eindruck von der isländischen Lebensart, den keine Sehenswürdigkeit bietet.

Wetter und Kleidung richtig einplanen

Das Wetter in Island wechselt schnell und oft. An einem einzigen Tag können Sonne, Regen, Wind und sogar Schnee auftreten, besonders in den Übergangszeiten. Für eine Kurzreise bedeutet das: Packen Sie in Schichten und nehmen Sie immer eine wasserdichte Jacke und feste Schuhe mit. Ein warmer Pullover aus Wolle gehört ebenso ins Gepäck wie eine Mütze und Handschuhe, selbst im Sommer.

Die Nordlichter sind nur in den dunklen Monaten von etwa September bis März zu sehen. Wenn Sie eine Kurzreise im Winter planen, haben Sie eine Chance, sie zu erleben, aber keine Garantie. Wolken und Lichtverschmutzung können die Sicht verhindern. Wer unbedingt Nordlichter sehen möchte, sollte mehrere Nächte einplanen und sich über die Vorhersage informieren, statt eine einzige Nacht zu erwarten.