Ein Wochenende in Dresden: Tipps für den Kurztrip

Der ideale Dresden-Kurztrip dauert drei Tage: einer zum Ankommen, einer für die Altstadt, einer für die Umgebung. Die barocke Altstadt mit Frauenkirche, Zwinger und Semperoper erinnert an italienische Baukunst und gab der Stadt den Beinamen Elbflorenz. Wer nur ein Wochenende Zeit hat, sollte den ersten Tag ruhig angehen lassen. Den zweiten Tag widmen Sie den Sehenswürdigkeiten, den dritten einem Ausflug ins Elbtal oder in die Sächsische Schweiz.

Wann sich die Reise lohnt

Viele Besucher kommen im Winter. Der Striezelmarkt auf dem Altmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands und läuft von Ende November bis Heiligabend. Erzgebirgische Holzkunst, geröstete Mandeln und der Dresdner Christstollen, der hier Striezel heißt, ziehen an den Adventswochenenden besonders viele Gäste an. Wer es ruhiger mag, sollte unter der Woche kommen oder die Wochenenden im Januar und Februar meiden, wenn die Stadt von Tagestouristen voll ist.

Frühling und Sommer haben ihren eigenen Reiz. Dann lohnt sich die Stadt vor allem für Spaziergänge entlang der Elbe, für die Elbwiesen und für Ausflüge mit dem Fahrrad. Die Temperaturen sind angenehm, und die Außengastronomie an der Brühlschen Terrasse ist geöffnet. Für einen reinen Städtetrip mit Museen und Kirchen spielt die Jahreszeit keine große Rolle, für die Umgebung schon.

Anreise und erster Abend

Am ersten Tag planen Sie am besten kein volles Besichtigungsprogramm. Wer früh ankommt, gibt das Gepäck im Hotel ab und macht einen kurzen Spaziergang Richtung Elbe. Der Weg von der Altstadt zum Fluss ist kurz. Die Brühlsche Terrasse, der sogenannte Balkon Europas, bietet den ersten freien Blick auf die Elbseite mit der Neustadt gegenüber.

Dresden erreichen Sie bequem mit dem Zug über den Hauptbahnhof, mit dem Auto über die A4 und A13 oder mit dem Flugzeug. Der Flughafen liegt nordwestlich der Stadt. Innerhalb der Stadt sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar. Für die Neustadt oder die weiter entfernten Viertel nehmen Sie die Straßenbahn, die in Dresden gut ausgebaut ist. Ein Tagesticket lohnt sich, sobald Sie mehr als zwei Fahrten planen.

Tag 2: Altstadt und Elbufer

Der zweite Tag gehört der Altstadt, und die wichtigsten Punkte liegen dicht beieinander. Starten Sie an der Frauenkirche am Neumarkt. Sie wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut. Von dort sind es wenige Minuten zum Fürstenzug, einem Wandbild aus Porzellanfliesen an der Augustusstraße, das den Zug sächsischer Herrscher zeigt.

Direkt daneben beginnt der Zwinger, das barocke Festspiel- und Orangeriegebäude. Im Inneren lohnt sich die Gemäldegalerie Alte Meister, in der Raffaels Sixtinische Madonna hängt. Wer sich für Kunst und Schätze interessiert, findet im Residenzschloss das Grüne Gewölbe mit seiner berühmten Sammlung. Dafür sollten Sie vorab ein Zeitfenster buchen. Gegenüber erhebt sich die Semperoper, die Sie entweder von außen betrachten oder bei einer Führung besichtigen.

Den Nachmittag verbringen Sie am besten auf der Brühlschen Terrasse und entlang der Elbe. Wer mag, fährt mit einem der historischen Raddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt, der ältesten Raddampferflotte der Welt, ein Stück flussaufwärts. Am Abend zieht es viele Besucher in die Äußere Neustadt, wo sich in der Kunsthofpassage und den umliegenden Straßen Restaurants, Bars und kleine Läden drängen.

Tag 3: Ausflug in die Umgebung

Der dritte Tag eignet sich für einen Ausflug, und die zwei klassischen Ziele sind Meißen und die Sächsische Schweiz. Meißen erreichen Sie mit der S-Bahn oder dem Regionalzug in etwa einer halben Stunde. Die Stadt ist für ihre Porzellanmanufaktur bekannt, die Sie mit Führung besichtigen können, und für die Albrechtsburg über der Elbe.

Die Sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge, liegt etwa eine Stunde mit dem Zug von Dresden entfernt. Das bekannteste Ziel ist die Bastei, eine Felsformation mit Aussichtsbrücke über dem Elbtal. Der Weg vom Parkplatz oder vom Bahnhof in Kurort Rathen zur Bastei ist gut ausgeschildert und in einer guten Stunde zu schaffen. Wer weniger Zeit hat, nimmt die Fähre über die Elbe und spart sich den Umweg.

Eine ruhigere Alternative ist Schloss Pillnitz am östlichen Stadtrand, das Sie mit dem Raddampfer direkt von Dresden aus erreichen. Der Schlosspark mit seinen Kamelien und das barocke Schloss sind an einem halben Tag gut zu schaffen und bieten sich an, wenn das Wetter für eine Wanderung nicht mitspielt.

Fotospots und kleine Helfer

Die bekanntesten Fotomotive liegen auf einer Linie: die Frauenkirche vom Neumarkt aus, der Blick von der Brühlschen Terrasse auf die Elbe und die Silhouette der Altstadt von der gegenüberliegenden Elbseite, etwa von der Neustädter Seite der Augustusbrücke. Am frühen Morgen sind diese Plätze deutlich leerer als am Nachmittag, wenn die Reisegruppen kommen.

Für den Kurztrip reicht ein Paar bequemer Schuhe, denn die Altstadt läuft sich an einem Tag locker zusammen. Museen mit großem Andrang wie das Grüne Gewölbe oder die Gemäldegalerie sollten Sie vorab online buchen, um nicht vor verschlossenen Zeitfenstern zu stehen. Wer flexibel bleiben will, verzichtet auf ein festes Programm und entscheidet am Morgen je nach Wetter, ob der Tag der Stadt oder der Umgebung gehört.