Ein Wochenende auf Usedom planen

Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands und liegt in der Ostsee direkt an der Grenze zu Polen. Für ein Wochenende lohnt sich eine klare Planung: lange Strandspaziergänge, frische Ostseeluft und ein paar Sehenswürdigkeiten, ohne Hetze. Der weiße Sandstrand ist das bekannteste Ziel der Insel, aber Usedom bietet mehr als Strand und Meer.

Anreise und erste Orientierung

Die Insel erreichen Sie am schnellsten mit dem Auto über die A20 und die Usedomer Brücke bei Anklam. Wer mit der Bahn kommt, fährt bis zum Bahnhof in Zinnowitz oder Heringsdorf; von dort geht es mit Bus oder Taxi weiter in die einzelnen Orte. Die drei Kaiserbäder Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck bilden das touristische Zentrum im Süden der Insel. Zwischen Bansin und dem polnischen Swinemünde verläuft eine zwölf Kilometer lange Strandpromenade, die als Europas längste Strandpromenade gilt. Diese Angabe stammt von der Insel selbst und ist nicht unabhängig bestätigt. Sie können die Länge selbst prüfen, wenn Sie ein Stück davon ablaufen.

Wählen Sie für das Wochenende einen Ort als Basis und starten Sie von dort aus Ausflüge. Ahlbeck liegt direkt an der polnischen Grenze, Heringsdorf in der Mitte, und Bansin ist der ruhigste der drei Badeorte. Wenn Sie Wert auf kurze Wege zum Strand legen, buchen Sie eine Unterkunft in Strandnähe, denn die Wege von den Ortszentren zum Wasser können sonst zwanzig Minuten dauern.

Strand, Promenade und ein Abstecher nach Polen

Ein klassisches Wochenende beginnt mit einem langen Spaziergang am Strand. Der feine, weiße Sand ist auf der ganzen Insel gleich, aber die Abschnitte unterscheiden sich: In Ahlbeck und Heringsdorf ist es belebter, zwischen Bansin und dem Übergang nach Polen wird es ruhiger. Für den ersten Tag lohnt sich die Kombination aus Strand und Promenade: Sie laufen ein Stück am Wasser entlang und kehren auf dem gepflasterten Weg zurück, vorbei an den historischen Seebrücken und den weißen Villen im Bäderstil.

Am Nachmittag bietet sich ein Abstecher nach Swinemünde an. Die Stadt liegt auf der polnischen Seite der Insel und ist über die Promenade oder die Grenzbrücke zu Fuß erreichbar. Dort finden Sie Festungsanlagen und unterirdische Bunkeranlagen, die an die militärische Bedeutung der Region erinnern. Ein Grenzübertritt ist mit dem Personalausweis möglich, und die Stadt ist auch für ihren großen Sandstrand bekannt, der sich direkt an den deutschen anschließt. Planen Sie für den Grenzübertritt etwas Zeit ein, an Wochenenden kann es an der Fußgängerkontrolle voll werden.

Ausflüge ins Achterland und nach Peenemünde

Viele Besucher vergessen, dass ein großer Teil der Sehenswürdigkeiten nicht direkt an der Küste liegt. Das Achterland, also das Hinterland der Insel, und der Peenestrom, die Wasserstraße zwischen Festland und Insel, beherbergen Burgen, Schlösser, Mühlen und technische Denkmäler. Auch der polnische Teil der Insel hat einiges zu bieten. Wenn Sie am zweiten Tag Abwechslung vom Strand wollen, wählen Sie ein Ziel aus dieser Gegend.

Der bekannteste Ort im Norden ist Peenemünde. Die Geschichte der Heeresversuchsanstalt, in der während des Zweiten Weltkriegs die Raketenforschung stattfand, prägt mehrere Ausflugsziele in der Umgebung. Das Historisch-Technische Museum zeigt die Entwicklung der Raketentechnik und die Arbeitsbedingungen der Zwangsarbeiter. Der Besuch ist eindrucksvoll, aber auch bedrückend. Er dauert mindestens zwei bis drei Stunden. Wer es leichter mag, fährt stattdessen zum Naturerbe-Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes oder macht eine Radtour entlang des Peenestroms.

Für ein Wochenende reicht ein Ausflug ins Achterland oder nach Peenemünde. Beides an einem Tag zu schaffen, würde zu viel Zeit für die Anfahrt kosten. Die Touren und Führungen lassen sich online im Voraus buchen. An Wochenenden ist das sinnvoll, weil die Kapazitäten begrenzt sind.

Was Sie je nach Jahreszeit einplanen sollten

Usedom ist nicht nur im Sommer eine Reise wert. Der Frühling gilt als ideale Zeit für einen Kurzurlaub, weil die Landschaft blüht und die Luft noch frisch ist, ohne dass die Strände überfüllt sind. Im Herbst locken die ruhigen Strände und die herbstliche Stimmung, im Winter sind viele Promenaden leer, und einige Restaurants und Attraktionen haben geschlossen. Prüfen Sie vor der Buchung, welche Angebote in der jeweiligen Saison geöffnet haben.

Für die Kleidung gilt: An der Ostsee wechselt das Wetter schnell. Selbst im Hochsommer kann ein windiger Tag dazwischenkommen, und abends wird es auch im Juli kühl. Packen Sie daher immer eine winddichte Jacke und etwas Langärmliges ein. Gutes Schuhwerk ist wichtiger als modische Sandalen, denn die Promenade ist lang, und wer sie komplett ablaufen will, legt schnell zehn Kilometer zurück.