Natur und Regionen

Ideen für ein langes Wochenende im Harz

Ein langes Wochenende im Harz reicht nicht, um das ganze Mittelgebirge zu sehen. Es reicht aber für eine gute Mischung: eine Wanderung auf den Brocken oder durch das Torfhausmoor, ein Abstecher zu den Schnarcherklippen, ein Stadtbummel in Wernigerode und ein Besuch im Bergwerk Rammelsberg. Der Harz liegt im Norden Deutschlands, teils in Niedersachsen, teils in Sachsen-Anhalt, und ist mit Auto oder Bahn gut erreichbar. Je nach Wetter und Kondition lässt sich daraus ein eigenes Programm zusammenstellen.

Mit dem Brocken beginnen

Der Brocken ist die höchste Erhebung des Harzes. Wenn Sie früh aufbrechen, erleben Sie die kahlen Gipfelregion oft in Nebel und Wolken. Das gibt dem Berg seit jeher eine mystische Stimmung. Seit dem Mittelalter ranken sich Sagen um den Blocksberg, wie der Brocken auch heißt: In der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai sollen dort der Überlieferung nach Hexen getanzt haben. Goethe griff diese Vorstellung in seinem Faust auf, als historische Tatsache ist sie nicht belegt.

Ein besonderes Phänomen ist das Brockengespenst. Wenn die Sonne tief steht und Nebel oder Wolken unterhalb Ihres Standorts liegen, wirft Ihr Schatten ein vergrößertes, geisterhaft wirkendes Abbild auf die Wolken. Johann Esaias Silberschlag beschrieb diesen Effekt erstmals 1780 auf dem Brocken. Goethe wird der Begriff oft zugeschrieben, dafür gibt es aber keinen Beleg. Das Phänomen ist selten, weil Sonne, Nebel und Standort zusammenpassen müssen.

Für den Gipfel gibt es mehrere Wege. Der Goetheweg startet in Torfhaus und führt über das Große Torfhausmoor, eines der größten und ältesten Moore im Harz. Ein Bohlenweg macht das Moor begehbar, und unterwegs öffnet sich immer wieder der Blick auf den Brocken. Wenn Sie nicht bis ganz nach oben wollen, können Sie die Runde durch das Moor auch als eigene kurze Wanderung machen.

Den Hexen-Stieg in Etappen gehen

Der Harzer-Hexen-Stieg ist ein Fernwanderweg von Osterode nach Thale. Die direkte Route misst 94 Kilometer, mit der Brockenumgehung sind es 107, mit allen Varianten kommen knapp 150 Kilometer zusammen. Für ein langes Wochenende ist das zu viel. Sinnvoller ist es, sich eine Etappe herauszusuchen und den Rest des Tages für die Umgebung zu nutzen.

Eine gute Kombination ist die Strecke von Clausthal-Zellerfeld über die Oberharzer Teiche nach Torfhaus. Die Teiche sind künstliche Wasserbecken aus der Zeit des Bergbaus und gehören zum UNESCO-Welterbe der Oberharzer Wasserwirtschaft. In Torfhaus lohnt sich der Abstecher zum Dreieckigen Pfahl, einem Grenzstein, der während der deutschen Teilung die innerdeutsche Grenze markierte. Heute verläuft dort die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Wenn Sie lieber mit dem Rad unterwegs sind, finden Sie im Harz zahlreiche Mountainbike-Strecken. Allerdings gelten im Nationalpark eigene Wegeregeln, und nicht jede Route ist für Radfahrer freigegeben. Vor der Tour lohnt ein Blick auf die aktuellen Wegehinweise des Nationalparks.

Schnarcherklippen und Teufelsmauer

Der Harz ist reich an bizarren Felsformationen, die sich gut in einen Wandertag einbauen lassen. Die Schnarcherklippen bei Schierke sind ein gutes Beispiel. Der Aufstieg von Schierke dauert etwa eine halbe Stunde. Die Granitfelsen zeigen eine Wollsackverwitterung, bei der das Gestein in rundliche Blöcke zerfällt. Ihren Namen verdanken die Klippen einem Geräusch, das an Schnarchen erinnert und nur bei kräftigem Südostwind durch die Felsspalten zu hören ist.

Auch die Teufelsmauer ist eine bekannte Felsformation, die als Nationales Geotop gilt. Die Sandsteinfelsen mit ihren überhängenden Wänden ziehen sich durch das nördliche Harzvorland und eignen sich für eine kurze Wanderung mit Aussicht. Für beide Ziele gilt: Die Wege sind meist gut ausgeschildert, aber festes Schuhwerk ist auf den steinigen Pfaden sinnvoll.

Wernigerode und das Bergwerk Rammelsberg

Für einen Regentag oder als Kontrast zu den Wanderungen bietet sich ein Stadtbummel in Wernigerode an. Die Altstadt ist von Fachwerkhäusern geprägt, das Rathaus und das Schloss über der Stadt gehören zu den bekannten Sehenswürdigkeiten. Im Museum Schiefes Haus und im Kleinsten Haus erfahren Sie Details zur Stadtgeschichte. Vom historischen Bahnhof aus startet die Harzer Schmalspurbahn, die mit ihren Dampfloks durch die Wälder fährt.

Das Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg bei Goslar zeigt Ihnen die Bergbaugeschichte der Region. Jahrhundertelang wurde dort Erz abgebaut, die Anlage gehört zusammen mit der Altstadt von Goslar und der Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Welterbe. Sie können unter Tage gehen, eine Grubenbahnfahrt machen und den Schrägaufzug nutzen. Die Öffnungszeiten wechseln saisonal. Prüfen Sie vor dem Besuch die Website des Museums.

Wintersport nur mit aktuellen Bedingungen

Im Winter bietet der Harz Langlauf und Abfahrt. Der Harzer Tourismusverband nennt für die Region rund 500 Kilometer Langlaufloipen. Ob eine bestimmte Loipe gespurt und eine Piste geöffnet ist, hängt von Schnee und Wetter ab. Die aktuellen Bedingungen werden täglich aktualisiert. Prüfen Sie vor der Anreise den Schnee- und Loipenbericht. In Wernigerode gibt es zum Beispiel eine Stadtwaldloipe mit gut zehn Kilometern Länge und eine Rodelbahn im Zwölfmorgental. Auch diese sind nur bei ausreichend Schnee nutzbar.