Natur und Regionen

Kurzurlaub im Allgäu: Die besten Ausflugsziele

Im Allgäu können Sie ein Märchenschloss besichtigen, mit einer Bergbahn auf einen Gipfel fahren oder durch eine Felsschlucht wandern. Dazu kommen römische Geschichte in Kempten und ein Tag an einem See. Die Region zwischen Füssen, Oberstdorf und Kempten bündelt diese Ziele auf engem Raum.

Prüfen Sie vorab Tickets, Öffnungszeiten und den Zustand der Wege. Das erspart Planungsprobleme. Die folgenden sechs Ausflugsziele decken die wichtigsten Typen ab und nennen die praktischen Punkte, die den Unterschied machen.

Schloss Neuschwanstein: Planung zahlt sich aus

Für Neuschwanstein starten Sie nicht am Schlossparkplatz, sondern in Hohenschwangau. Dort befindet sich das Ticket Center. Von dort führt der Fußweg zum Schloss rund 1,5 Kilometer mit erheblicher Steigung. Rechnen Sie für den Aufstieg zu Fuß etwa 30 bis 40 Minuten ein. Die Pferdekutsche fährt nicht bis zum Eingang; an ihrem Wendepunkt bleiben noch rund 450 Meter bergauf. Alternativ bringt Sie ein Pendelbus zum Aussichtspunkt Jugend an der Marienbrücke, von dort sind es etwa 500 Meter bergab zum Schlosseingang. Bei Schnee oder Eis kann der Busbetrieb ausfallen.

Für die Innenbesichtigung benötigen Sie ein Ticket mit festem Einlasszeitpunkt. Die Betreiber empfehlen, 1,5 bis 2 Stunden vor der gebuchten Zeit in Hohenschwangau anzukommen. Sie raten zur Vorabbuchung, weil Tickets vor Ort ausverkauft sein können. Die Marienbrücke selbst ist ein Aussichtspunkt und nicht bei jedem Besuch geöffnet. Prüfen Sie am Besuchstag die tagesaktuelle Verfügbarkeit von Brücke, Bussen und Kutschen, bevor Sie sich auf den Weg machen.

Nebelhorn: Gipfelblick mit oder ohne Klettersteig

Wer ein Bergpanorama möchte, ohne den gesamten Höhenunterschied zu Fuß zu bewältigen, nimmt die Seilbahn aufs Nebelhorn. Die Bergbahnen bringen Sie bis auf den Gipfel. Vom Gipfel startet der Hindelanger Klettersteig, den Sie nicht unterschätzen sollten. Die offizielle Beschreibung stuft ihn überwiegend als mäßig schwierig ein, auf kurzen Abschnitten als schwierig. Sie betont aber, dass der Steig wegen seiner Länge anspruchsvoll ist. Bis zum Großen Daumen sind vom Nebelhorngipfel aus etwa vier bis fünf Stunden angegeben, der Rückweg über das Koblat zur Station Höfatsblick dauert ungefähr zwei Stunden. Die vollständige Überschreitung nach Bad Hindelang veranschlagen die Betreiber mit neun bis elf Stunden. Diese Tour gehört nur in die Hände von erfahrenen, konditionell starken Bergsteigern mit passender Ausrüstung.

Als niederschwellige Alternative liegt direkt am Gipfel der kurze, barrierefrei ausgebaute Nordwandsteig. Er ist etwa 100 Meter lang und bietet einen ersten Eindruck vom hochalpinen Gelände, ohne dass Sie klettern müssen.

Imberger Horn: Wanderung mit der Familie

Das Imberger Horn ist eine gute Wahl für eine überschaubare Bergwanderung. Die Hornbahn bringt Sie zur Bergstation unterhalb des Gipfels, von dort sind es laut offizieller Wandertipp-Seite ungefähr 1,5 Stunden bis oben. Der Weg ist teils felsig und ausgewaschen, festes Schuhwerk ist Pflicht, und Kinder sollten an die Hand genommen werden. Man kann die Tour nicht pauschal als problemlos für Familien bezeichnen. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, sollte die Tour an einem trockenen Tag starten und genügend Zeit einplanen. Weitere ausgeschilderte Routen führen unter anderem Richtung Liebenstein und Vorderhindelang.

Breitachklamm: Kühle Schlucht bei Oberstdorf

Die Breitachklamm liegt bei Tiefenbach, einem Ortsteil von Oberstdorf, und ist an heißen Sommertagen ein lohnendes Ziel, weil in der engen Schlucht kaum Sonne hinkommt. Der Weg durch die Klamm verläuft über Stege und schmale Passagen. Der Durchgang selbst ist etwa zwei Kilometer lang und überwindet rund 85 Höhenmeter bergauf. Die kürzeste Laufrunde veranschlagen die Betreiber mit etwa drei Kilometern und 1,5 Stunden. Diese Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Streckenabschnitte, planen Sie also nicht mit einer einzigen pauschalen Weglänge.

Ob die Klamm begehbar ist, hängt vom Wetter und von Sicherheitsprüfungen ab. Öffnungszeiten und begehbare Routen können sich ändern, und es gibt saisonale Reparaturschließungen. Kinderwagen und Rollstühle sind nicht zugelassen. Prüfen Sie am Besuchstag den Status und die Öffnungszeiten, bevor Sie anreisen.

Kempten: Römische Spuren und Altstadt

Kempten gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, genauer gesagt ist Cambodunum die älteste Stadt, die in einer schriftlichen Quelle erwähnt wird. Die Belege dafür finden Sie im Archäologischen Park Cambodunum, einem Freilichtmuseum, das die Überreste des römischen Kempten an den Originalorten zeigt. Zu den Bereichen gehören ein Tempelbezirk, kleine Thermen sowie Forum und Basilika, ergänzt durch eine Ausstellung, einen Rundweg und eine App. Die Saison läuft von März bis November, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Einen Überblick über die Innenstadt bekommen Sie vom Turm der St.-Mang-Kirche, der 66 Meter hoch ist. Allerdings ist der Turm nicht jederzeit spontan begehbar. Die Tourismusinformation bietet eine Turmführung nur gelegentlich an, etwa im Rahmen des vorweihnachtlichen Veranstaltungsprogramms. Erkundigen Sie sich vorab, ob zum Zeitpunkt Ihres Besuchs eine Führung stattfindet.

Hopfensee und Alatsee: Zwei See-Ausflüge

Der Hopfensee liegt rund fünf Kilometer nordwestlich von Füssen und eignet sich für einen entspannten Tag am Wasser. Die Uferpromenade in Hopfen am See bietet Bergblicke, um den See verläuft ein Rundweg, und die schwimmende Kneipp-Insel ist eine Besonderheit. Beachten Sie, dass die Stadt Füssen Bauarbeiten für einen Radweg-Lückenschluss am 16. September 2026 wieder aufgenommen hat. Entlang der Uferstraße und Promenade sind Beeinträchtigungen für Fuß- und Radverkehr zu erwarten. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Wege- und Baustellenhinweise.

Der Alatsee liegt am oberen Ende des Faulenbacher Tals bei Füssen, in einem bewaldeten Naturschutzgebiet. Er bietet einen Rundweg, frei zugängliche Badeplätze an West- und Ostufer sowie eine Einkehrmöglichkeit am See. Die offizielle Tourismusinformation beschreibt ihn auch als Schauplatz des Kluftinger-Krimis "Seegrund". Um den See ranken sich allerlei Sagen und Legenden, die Sie als lokale Erzählungen genießen können, ohne sie als historische Tatsachen zu nehmen.