Kurzurlaub an der Ostsee: So planen Sie ein langes Wochenende
Auch zwei oder drei Nächte an der Ostsee lohnen sich. Viele deutsche Städte liegen nur wenige Stunden von der Küste entfernt. Ein verlängertes Wochenende reicht für Strandspaziergänge, Seeluft und Abstand vom Alltag. Die Ostsee hat feine Sandstrände, lebhafte Seebäder, kleine Fischerdörfer und ruhige Naturküsten. Sie wählen den Ort nach Ihrem Tempo.
Die richtige Region wählen
Die deutsche Ostseeküste erstreckt sich von der Flensburger Förde bis zur Insel Usedom. Jeder Abschnitt hat einen eigenen Charakter. Überlegen Sie für einen Kurztrip, was Sie in den wenigen Tagen erleben möchten.
Die Insel Rügen ist die größte Insel Deutschlands. Die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund sind ein markantes Naturerlebnis. Die Seebrücke in Sellin und das Kap Arkona sind beliebte Ziele. Usedom hat breite Sandstrände und die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, die durch eine historische Promenade verbunden sind. Die Lübecker Bucht mit Travemünde, Timmendorfer Strand und Scharbeutz ist von Hamburg aus schnell erreichbar und eignet sich gut für ein spontanes Wochenende. Wer es ruhiger mag, findet an der Fischland-Darß-Zingst-Küste weite, naturbelassene Strände und kleine Orte wie Ahrenshoop, die für ihre Künstlerkolonie bekannt sind.
Für einen Kurztrip gilt: Je kürzer die Reise, desto näher sollte das Ziel liegen. Wenn Sie nur zwei Nächte bleiben, wählen Sie einen Ort, der nicht mehr als drei bis vier Stunden entfernt ist. So verlieren Sie weniger Zeit mit der Anreise.
Anreise und Unterkunft planen
Die Anreise mit dem Auto ist für die meisten Orte am unkompliziertesten, weil Sie vor Ort flexibel sind und auch abgelegene Strände erreichen können. In den Sommermonaten und an langen Wochenenden sollten Sie mit Staus auf den Zufahrtsstraßen zu den Inseln rechnen. Planen Sie für die Anreise an einem Freitagnachmittag großzügig Zeit ein oder fahren Sie besser am frühen Morgen los.
Mit der Bahn erreichen Sie die größeren Seebäder gut. Die Strecken nach Binz auf Rügen, nach Heringsdorf auf Usedom und nach Travemünde sind an das Fernverkehrsnetz angebunden. Vom Bahnhof bringt Sie oft ein Bus oder eine Fähre zum Ort. Wer ohne Auto anreist, sollte die Unterkunft so wählen, dass sie nicht zu weit vom Bahnhof entfernt liegt.
Bei der Unterkunft lohnt sich ein Vergleich zwischen Ferienwohnung, Hotel und Pension. Für einen Kurztrip sind Ferienwohnungen oft die flexibelste Lösung, weil Sie selbst kochen können und keine festen Essenszeiten haben. Hotels bieten dafür meist Frühstück und manchmal einen Wellnessbereich, der sich bei schlechtem Wetter anbietet. Buchen Sie frühzeitig, besonders für die Zeit von Juni bis August und für Feiertage. Viele Vermieter verlangen bei kurzen Aufenthalten einen Aufpreis oder haben Mindestaufenthalte von drei Nächten, daher lohnt der Blick in die Buchungsbedingungen.
Was Sie einpacken sollten
Das Wetter an der Ostsee wechselt schnell, auch im Sommer. Rechnen Sie mit Sonne, Wind und Regenschauern am selben Tag. Packen Sie deshalb Kleidung in mehreren Schichten, die Sie je nach Wetter an- oder ausziehen können. Eine winddichte Jacke gehört immer ins Gepäck, ebenso wie feste Schuhe für Strandspaziergänge und ein Paar Badeschuhe, falls der Strand steinig ist.
Für die Zeit am Wasser brauchen Sie neben Badekleidung auch ein Handtuch, das Sie auf den Strand legen können. Sonnenschutz ist auch bei bedecktem Himmel sinnvoll, weil der Wind die Sonnenstrahlung weniger spürbar macht und die Haut schneller verbrennt. Eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sollten Sie ebenfalls einpacken. Wenn Sie mit dem Rad unterwegs sein möchten, sind ein Fahrradhelm und eine kleine Regenjacke hilfreich.
Aktivitäten für ein paar Tage
Ein Kurzurlaub muss nicht vollgepackt sein. An der Ostsee reichen oft ein langer Strandspaziergang und ein Besuch im Ort, um den Tag zu füllen. Die Seebrücken laden zum Hinauslaufen aufs Wasser ein, und die Promenaden eignen sich für einen Bummel mit Blick auf die Ostsee.
Für Bewegung sorgen Radwege, die entlang der Küste führen. Auf Rügen und Usedom gibt es gut ausgebaute Radrouten, die Sie auch für eine Halbtagestour nutzen können. Viele Orte verleihen Fahrräder, oft direkt an der Unterkunft oder am Bahnhof. Wer es sportlicher mag, kann segeln, surfen oder eine Kajaktour buchen. Die Anbieter finden Sie in den Hafenstädten oder über die Tourismusinformation.
Bei schlechtem Wetter bieten sich die Seebrücken-Museen, das Ozeaneum in Stralsund oder das Meeresmuseum in Binz an. Auch die historischen Seebäderarchitektur mit ihren weißen Villen und Kurhäusern lässt sich bei einem Spaziergang erkunden. Viele Orte haben eine kleine Innenstadt mit Cafés und Geschäften, die sich für einen regnerischen Nachmittag eignen.
Wann Sie hinfahren sollten
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was Sie vorhaben. Für Badeurlaub sind Juli und August am geeignetsten, weil das Wasser dann am wärmsten ist. Allerdings sind die Strände dann voll, und die Preise für Unterkünfte liegen am höchsten. Wer Ruhe sucht, fährt besser im Juni oder September. Das Wasser ist dann etwas kühler, aber die Strände sind leerer und die Temperaturen oft noch angenehm.
Im Frühling und Herbst zeigt sich die Ostsee von ihrer rauen Seite. Stürmische Tage gehören dazu, aber genau dann sind die langen Strandspaziergänge eindrucksvoll. Viele Restaurants und Geschäfte haben in der Nebensaison eingeschränkte Öffnungszeiten oder sind ganz geschlossen. Informieren Sie sich vor der Buchung, ob Ihr Wunschort in der gewählten Woche geöffnet hat.
Im Winter locken die leeren Strände und die weihnachtlich geschmückten Seebäder. Einige Hotels bieten dann günstige Pauschalen an. Für einen Kurztrip abseits der Hauptsaison ist das eine gute Möglichkeit, die Küste ohne Menschenmassen zu erleben.