Kurzurlaub in Brandenburg: Spreewald, Potsdam und Seen

Brandenburg umschließt Berlin vollständig. Potsdam mit seinen preußischen Schlössern, der Spreewald mit seinen Kanälen und die hunderten Seen der Mark liegen jeweils etwa eine Stunde voneinander entfernt. Ein verlängertes Wochenende reicht, um alle drei in einem Kurzurlaub zu kombinieren, ohne lange Anfahrtswege.

Potsdam an einem Tag: Schlösser und Stadtspaziergang

Potsdam ist die Landeshauptstadt. Dort ist das kulturelle Angebot am größten. Das Schloss Sanssouci mit seinem terrassenförmigen Weinberg ist der bekannteste Bau der Stadt und gehört zusammen mit den anderen Schlössern und Parks zum UNESCO-Welterbe. Planen Sie für den Park allein einen halben Tag ein. Die Anlage ist weitläufig, und der Aufstieg zu den Terrassen sowie ein Spaziergang zum Neuen Palais dauern länger, als die meisten Besucher schätzen.

Wer nur einen Tag in Potsdam verbringt, sollte sich auf das Zentrum und den Park Sanssouci konzentrieren. Das Holländische Viertel mit seinen roten Backsteinhäusern liegt nahe der Innenstadt und eignet sich für eine Pause in einem der Cafés. Vom Nauener Tor aus erreichen Sie die Fußgängerzone und die Nikolaikirche am Alten Markt. Wenn Sie Zeit haben, lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Cecilienhof im Norden der Stadt, wo die Potsdamer Konferenz stattfand.

Sie sollten vorher online Tickets für die Schlösser reservieren, besonders an Wochenenden und in den Ferien. Die Warteschlangen an der Kasse können lang sein. Einige Räume sind nur mit einem Zeitfensterticket zugänglich. Wenn Sie mehrere Schlösser besuchen möchten, rechnet sich die Tageskarte der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die für alle Häuser am selben Tag gilt.

Spreewald: Kanutouren und Kähne in Lübbenau

Der Spreewald ist eine Niederung, durch die die Spree fließt. Er hat hunderte kleine Kanäle, die sogenannten Fließe. Die Region steht unter Naturschutz. Der Kahn ist das klassische Fortbewegungsmittel. Er ist ein flaches Ruderboot, das von einem Fährmann gestakt wird. In Lübbenau, dem größten Ort im Spreewald, starten die meisten Touren. Sie können entweder an einer geführten Kahnfahrt teilnehmen oder sich ein Kanu oder Kajak mieten und selbst paddeln.

Für eine erste Erkundung eignet sich die Kahnfahrt durch den Ort Lehde, der auch als Spreewaldmuseum dient. Die Fahrt dauert etwa zwei bis drei Stunden, und der Fährmann erklärt die Geschichte der Region und die Bedeutung der Fließe für die Landwirtschaft. Wenn Sie selbst paddeln möchten, finden Sie in Lübbenau und den umliegenden Orten mehrere Verleiher. Die Fließe sind überwiegend ruhig und auch für Anfänger geeignet. Bedenken Sie aber, dass Sie auf manchen Abschnitten unter niedrigen Brücken hindurch müssen und sich an die Vorfahrtsregeln für Kähne halten sollten.

Die beste Zeit für eine Kanutour ist von Mai bis September, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Restaurants und Cafés an den Ufern geöffnet haben. An Wochenenden ist auf den Hauptfließen viel los. Wer Ruhe sucht, fährt unter der Woche oder startet früh am Morgen. Es gibt ausgewiesene Wasserwanderrastplätze, an denen Sie anlegen, picknicken und übernachten können. Eine mehrtägige Tour mit Zelt und Gepäck ist möglich, braucht aber etwas Planung, weil die Plätze begrenzt und in der Saison schnell belegt sind.

Seen in Brandenburg: Uckermark, Rheinsberg und Schorfheide

Die Seen in Brandenburg liegen über das ganze Land verstreut. Die bekanntesten Gebiete liegen im Norden und Nordosten. Die Uckermark mit ihren großen und kleinen Seen ist bei Kanufahrern und Radfahrern beliebt, weil die Seen oft durch Fließe und Kanäle verbunden sind. Der Naturpark Uckermärkische Seen umfasst mehrere zusammenhängende Seen, auf denen Sie mit dem Kanu längere Touren unternehmen können. Ein Verleih in dieser Region ist Treibholz, der Kanus in der Uckermark und in der angrenzenden Mecklenburgischen Seenplatte anbietet.

Rheinsberg im Nordwesten von Brandenburg ist vor allem für das Schloss Rheinsberg bekannt, das einst Prinz Heinrich von Preußen bewohnte. Die Stadt liegt am Grienericksee, und Sie können das Schloss besichtigen, durch den Schlosspark spazieren oder mit einem Tretboot auf den See fahren. Die Gegend eignet sich gut für einen ruhigen Kurzurlaub mit wenig Programm, weil die Wege kurz sind und es nur wenige Restaurants gibt.

Die Schorfheide im Nordosten ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands und gleichzeitig ein Biosphärenreservat. Hier finden Sie den Werbellinsee, einen klaren, lang gestreckten See mit mehreren Badestellen und Bootsverleihen. Die Region ist dünn besiedelt, und die Orte sind klein, sodass Sie hier vor allem Natur und Ruhe finden. Für Familien mit Kindern sind die flachen Uferbereiche des Werbellinsees gut geeignet, weil das Wasser schnell flach abfällt und die Strände übersichtlich sind.

Drei Ziele in einem Kurzurlaub verbinden

Wenn Sie Potsdam, den Spreewald und eine Seenregion in einer Reise kombinieren möchten, sollten Sie die Reihenfolge nach der Anreise planen. Potsdam liegt im Westen, der Spreewald im Südosten und die Seen im Norden, sodass sich eine Route von West nach Ost oder von Nord nach Süd anbietet. Mit dem Auto sind die Strecken gut machbar.

Ohne Auto ist die Anbindung schwieriger. Potsdam erreichen Sie mit der S-Bahn oder dem Regionalverkehr von Berlin aus in weniger als einer Stunde. Nach Lübbenau fährt der Regionalexpress von Berlin über Königs Wusterhausen, die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Die Seenregionen im Norden sind mit dem Zug nur teilweise erschlossen. Für die Uckermark oder die Schorfheide ist ein Auto oder ein Mietwagen praktischer.

Für ein langes Wochenende empfehlen sich zwei Nächte an einem Ort und ein Tagesausflug an den anderen. Sie könnten zum Beispiel in Lübbenau übernachten, den Spreewald mit dem Kanu erkunden und an einem Tag nach Potsdam fahren. Oder Sie bleiben in Potsdam, besichtigen die Schlösser und machen von dort einen Tagesausflug in den Spreewald. Die Seenregionen eignen sich eher als eigenständiges Ziel für einen Kurzurlaub von drei bis vier Tagen, weil die Anreise und die Entfernungen zwischen den Orten mehr Zeit brauchen.